Wissenswertes zum Thema Energiepass
& Energiespartipps aus eigener Erfahrung

NEU Download der Energieeinparverordnung 2009
- Tritt in Kraft am 1.10.2009
Voller Gesetzestext - NATÜRLICH KOSTENLOS

1. Vorschriften zum Energiepass

Viele Behauptungen, Halbwahrheiten und Unsicherheiten kennzeichnen die jetzige Situation. Die Spitze des Eisbergs stellen unseriöse Anbieter dar, die mit Hinweis auf mögliche “Strafen” Hauseigentümern die “sofortige” Ausstellung eines Energiepasses auferlegen (natürlich gegen überhöhte Gebühren).

Fakt ist erstens, daß die geltenden Vorschriften solche Nachweise (konkret: Energiebedarfsausweise nach EnEV) für NEU ZU ERRICHTENDE Gebäude verlangen.

Fakt ist zweitens, daß ZUR ZEIT also Stand 2009 überhaupt keine Verpflichtung besteht einen solchen Nachweis für bestehende, selbstgenutzte Gebäude ausstellen zu lassen.

Lediglich bei Vermietung oder Verkauf können Mieter oder Käufer die Vorlage eines solchen Ausweises verlangen, es ist daher für Vermieter inbesondere als Qualitätskriterium des Mietangebotes ratsam einen solchen Ausweis erstellen zu lassen.

In einer sog. “Markvorbereitungskampagne” hat die DENA Gmbh (als PPP eine quasi “halbstaatliche” Firma) ab Ende 2006 begonnen eine Liste mitt “Dena Pass Ausstellern” aufzubauen und eine Mustervolage für einen späteren Energiepass vorgelegt.

Dena-Energiepässe sind vorläufige, nichtamtliche Dokumente, die lt. eigenen Angaben der dena “voraussichtlich” weiter gelten “sollen”.

Originaltext aus www.dena.de
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Gültigkeit der dena-Energiepässe

Die Bundesministerien BMVBS und BMWi planen Überleitungsregelungen in den Referentenentwurf aufzunehmen, die die Fortgeltung der dena-Energiepässe aus dem Feldversuch und der Marktvorbereitungskampagne vorsehen. Die Gültigkeit der dena-Energiepässe über 2006 hinaus kann damit als gesichert angesehen werden. Die Dauer der Gültigkeit wird voraussichtlich 10 Jahre ab dem Erstellungsdatum betragen.
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So Vorteilhaft ein Energiepass auch grundsätzlich ist - es besteht streng genommen IM MOMENT noch KEIN Handlungsbedarf für Eigentümer von 1-, oder 2-Familienhäuser, inbesondere wenn diese selbst bewohnt werden..

Niemand “erzwingt” oder “verlangt” einen Energiepass von Hauseigentümern im eigenen Einfamilienhaus!.

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2. Neue Vorschriften der EnEV ab 1.1.2007

Im Unterschied zur Diskussion um den “kommenden” Energiepass sind einige neue Vorschriften der Energie-Einsparverordnung tatsächlich bindend und bereits ab dem 1.1.2007 wirksam. Das Versäumnis diese Vorschriften einzuhalten gilt als Ordnungswidrigkeit.

Vorgeschrieben wird z.b. die Dämmung von Rohren (Heizung, Warmwasser),die “zugänglich sind und in unbeheizten Räumen verlaufen”, sowie der Austausch von Heizungen, die älter als 1978 sind und die Dämmung von “obersten Geschossdecken” zum unbeheizten Dachboden mit einem Mindestwert von U=0,3 oder besser.

Auch hier gibt es wieder Ausnahmen und Geltungseinschränkungen für Hauseigentümer im selbstgenutzen EFH.

Die genauen Details würden den Rahmen dieser Kurzinfo sprengen - im Zweifel ist eine Beratung durch einen Fachmann ratsam.

2 der neuen Auflagen können aber relativ einfach in Eigenregie (Siehe Punkt 3 Praxistipps) durchgeführt werden - auch wenn dies auf gesetzlicher Grundlage vielleicht nicht unbedingt zwingend ist.


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3. Praxistipps

Eine genaue, sorgfältige Energieberatung ist Ihr Geld wert und macht Sinn. Trotzdem kommt man letztlich auch nach genauer Analyse der Dämmstandards und der Gebäudesubstanz immer wieder auf ähnliche, primäre Dinge, die man auch selbst ermmitteln und teilweise verbessern kann.

FENSTER

1. Alte und undichte Fenster sind eines der primären Übel. Der Austausch aller betroffenen Fenster ist sicherlich nicht billig - ob und wie sich das rechnet kann nur ein Fachmann seriös ermittln. Die Fortschritte in den letzten 20 Jahren beim Bau von Fenstern (Glasbeschichtungen, Gase i.d. Zwischenräumen etc.) sind tatsächlich spektakulär:
Zwischen alten und neuen Fenstern kann wärmetechnisch eine Verbesserung bis zum Faktor 4-5 erzielt werden (z.b. alte Fenster U-Wert: 2,7, neue Fenster U-Wert = 0,9)
Wie gesagt hier ist eine seriöse, unabhängige Beratung gefragt - ohne das Interesse mit dem Fensteraustausch einen Auftrag zu gewinnen...
Trotzdem eine Faustformel:
[qm] Fensterfläche aller betroffenen Fenster) (Rahmen mitzählen)
* 1,8 * 8,76 = kWh, die im Jahr durch die Fensterverloren gehen.

Diese Zahl mal des Preises für 10 Liter Öl oder 10qm Gas (z.b. 65cent) ergibt die Ersparnis durch bessere Fenster (im Jahr).

Decke des obersten Geschosses / “Dachbodendecke”

2. Die Dämmung der Dachbodendecke “oberste Geschoßdecke” zum unbeheizten Dachboden ist immer empfehlenswert und lohnend. Die Dämmung des Dachstuhls selbst ist als Maßnahme hilfreich, aber erst NACHDEM der Fußboden des Dachbodens gedämmt wurde. Entscheindend ist immer die Hüllfläche des beheizten Bereiches. Die EnEV (s.Punkt 2) schreibt neuerdings einen Dämmwert von U=0,3 (oder besser) vor.
Als Faustformel kann man annehmen, daß dies mit einer Dämmschicht von 12cm (z.b. Styropor) erreicht wird.

Warmwasser-Rohre

3. Freiliegende Warmwasser-Rohre zu dämmen ist nicht nur neuerdings vorgeschrieben, sondern auch mit fertigen Schaumstoffmanschetten vom Baumarkt leicht selbst zu bewerkstelligen. Dies gilt insbesondere auch für Zirkulationsleitung, falls vorhanden.Faustformel: Dicke des Dämmstoffs gleich Rohrdurchmesser.

Integrierte Garagen im Einfamilienhaus

4. Garagen im Haus sind eine Problemzone. Die Garage grenzt den beheizten Wohnbereich und wird von diesem indirekt mitgeheizt. Gleichzeitig sind inbesondere die Garagentore große Wärmeverschwender. Abhilfe: ZUERST die Wände und Decke(!) der Garage zur Wohnung hin dämmen (beheizte Hüllfläche!) (Effekt: Garage wird kälter) und DANN ggfs. zusätzlich die Garagentore an den Rändern abdichten (z.b. Mineralfilz) und/oder die Tore von Innen z.b. mit 3-5cm Styropor bekleben.
(Effekt: Garage wird dadurch wieder wärmer). Die Gesamtmenge des Wärmeverlustes kann so erheblich verringert werden.
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4. Warum der Energiepass trotzdem schon heute sinnvoll sein kann

Seriöse Anbieter bieten mit dem “Energiepass” als Aufhänger durchaus sinnvolle Beratung zum Energiesparen an.
Die Beschäftigung mit dem Thema wird durch die Entwicklung der Energiepreise in den nächsten Jahre zwingend.
Für Käufer und Mieter ist der Energiepass ein Hinweis auf die zu erwartenden Energiekosten. (Genausogut würden dies aber auch die Belege der vorangegangenen Gas- oder Heizölabrechnungen sein).
Die Qualifikation der Aussteller kann erheblich abweichen. Vom Fachberater im Baustoffhandel, bis zum “Gebäudeenergieberater im Handwerk” - ein Zusatzausbildung der IHK für Handwerker bis hin zu Ingenieuren oder Architekten mit Zusatzausbildung reicht die mögliche Palette. Im Zweifel kontaktieren Sie den Aussteller und machen sich ihr eigenes Bild.
Die Optimierung einer Wohnung oder eines Hauses in Bezug auf Energiesparpotential ist in jedem Fall sinnvoll und lohnend - für Mieter, Käufer und Eigentümer. .
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